Öffnet in einem neuen Tab
Typische Fehler

Generalisierungen machen

Zurück zu allen Fehlern
Einzelne Erfahrungen werden gerne zu der einen ultimativen Wahrheit gemacht.

Unser Gehirn neigt dazu, unsere einzelnen Erfahrungen zu generalisieren und eine Wahrheit daraus zu machen, die immer zutrifft.

Unsere Fähigkeit Muster in Situationen zu sehen und generelle Aussagen über Situationen zu machen ist ziemlich hilfreich. Es spart unserem Gehirn viel Energie, wenn wir uns nicht jedes Mal aufs Neue überlegen müssen, wie wir uns verhalten sollen, wenn wir über eine Straße laufen oder uns auf ein Fahrrad setzen.

Das Erkennen von Mustern und das Generalisieren von unseren Erfahrungen ist im Prinzip nicht anderes als lernen.

Diese Generalisierungen können aber für uns selbst und in der zwischenmenschlichen Kommunikation ziemlich problematisch werden.

Wir generalisieren unsere eigenen Erfahrungen

Du hast vermutlich selbst schon mal Dinge gesagt wie: “Ich muss das tun.” oder auch im positiven Sinne: “Ich kann das tun.”

Diese Generalisierungen stammen aus den Erfahrungen der Vergangenheit. Irgendwann haben wir vielleicht gelernt, dass unser Vater sauer ist, wenn wir nicht zu allem, was unsere Mutter tut, Ja und Amen sagen. Dadurch entstehen dann Generalisierungen, die wir mit uns rumschleppen: “Ich muss mich um meine Mutter kümmern”.

Oder wir haben immer negatives Feedback bekommen, wenn wir Gefühle gezeigt haben und haben deswegen für uns mitgenommen: “Gefühle zeigen ist gefährlich”.

Diese Generalisierungen blockieren uns einerseits selbst – das Leben kann ziemlich anstrengend werden, wenn man keine Gefühle zeigen darf – und andererseits machen sie natürlich auch die Kommunikation mit anderen schwerer.

Wenn wir unsere eigenen Generalisierungen gar nicht kennen und reflektieren halten wir sie für die Wahrheit, was schnell dazu führt, dass wir glauben recht zu haben und andere Perspektiven ignorieren.

Wir generalisieren das Verhalten unserer Mitmenschen

Vielleicht hat dir schon mal jemand den Satz um dir Ohren gehauen: “Du hörst mir nie zu” oder “Nie kümmerst du dich um mich” oder “Du machst das immer!”

Nie, immer, jedes Mal usw. sind alles Anzeichen von Generalisierungen.

Wir nehmen eine Situation oder vielleicht eine, die drei- oder viermal vorgenommen ist und beschuldigen die andere Preson »immer so zu handeln«.

Wir sagen Dinge, wie Du hörst mir nie zu, sollten allerdings sagen, im letzen Gespräch hatte ich das Gefühl, dass du mir nicht zuhörst.

Das führt oft zu Streit, da der andere sich direkt gegen die Beschuldigung verteidigen will. Meistens will die Person das auch zuerecht. Es wird wahrscheinlich viele Momente geben, bei denen der andere dir zuhört oder sich um dich kümmert. Diese positiven Momente ignorieren wir aber gern selbst und haben einen Tunnelblick, wenn wir sauer darüber sind.

Keiner mag Unterstellungen, dass er oder sie immer so ist oder nie das macht. Diese Formulierungen sollte man sich im generellen abgewöhnen und sich auf die eine Situation fokussieren.

Generalisierungen zu vermeiden ist auch ein sehr gutes Mittel, um zu verhindern, dass der Streit ausufert und man plötzlich über 5 neue Themen streitet. (Siehe auch Selbst- und Situationskontrolle.)

Wir generalisieren eine Gruppe von Menschen

Die Neigung zu generalisieren ist leider auch der Grund, warum wir oft in die Wir-gegen-die-Mentalität verfallen.

Wir bilden uns eine Meinung über eine andere Gruppe und schieben dann jede Person der Gruppe in diese Kategorie.

In unserer heutigen Zeit muss man leider nicht lange suchen, um Beispiele dafür zu finden:

  • Männer sind alle Unterdrücker 
  • Ausländer sind alle faul
  • Asylsuchende wollen alle nur unser Geld
  • AfD-Wähler sind alle Nazis
  • Weiße Menschen sind alle priveligiert
  • Linke sind alles Kommunisten 
  • etc. 

Das Verhalten einer Person wird gern auf die Gruppe der Personen übertragen.

Diese Generalisierungen schreiben den einzelnen Personen die komplette Persönlichkeit ab. Wer Teil der Gruppe ist, ist nun mal so, da gibt es keine Unterschiede oder ausnahmen.

Wie du vielleicht merkst, kann man auf dieser Basis kein vernünftiges Gespräch führen.

Zugehörige Kriterien:

Weitere Fehler

  • Dinge persönlich nehmen

    Wir nehmen Dinge oft viel zu persönlich und überschätzen den Einfluss, den wir auf eine Situation haben, was für unsere …

    3 Kreise. Der erste ist gefüllt und zeigt das verhalten von anderen. Der zweite zeigt, dass das Verhalten kaum mit uns zu tun hat. Der Dritte zeigt, dass wir massiv überschätzen, wie viel Einfluss wir auf das Verhalten anderer haben.
  • Eine Diskussion gewinnen müssen

    Wir haben das starke Bedürfnis, eine Diskussion gewinnen zu müssen – manchmal auch auf Kosten der Beziehung zueinander! …

    Eine Sprechblase die traurig schaut und der Verlierer ist und eine, die mit ihren Muskeln flexed und die Diskusion gewonnen hat.
Zurück zu allen Fehlern