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Kommunikations-Kriterien

Lernen statt Überzeugen

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Das Wichtigste im Überblick

  • Neue Haltung: Von „Ich habe recht“ zu „Erzähl mir, wie du das siehst“.
  • Echte Ursachen finden: Konflikte verstehen, statt nur die eigene Sicht durchzusetzen.
  • Offenheit schaffen: Wer sich gehört fühlt, hört auch dir eher zu.
  • Bessere Lösungen: Gemeinsam kreativ werden statt gegeneinander zu kämpfen.
  • Mehr Einfluss: Zuhören bringt Vertrauen, Respekt und Akzeptanz.

Worum geht's?

Das Ziel ist seine ganze Einstellung zu einem Gespräch zu wechseln. Weg von „Ich habe recht, und ich werde dir das jetzt beweisen!“ hin zu „Erzähl mal, wie du das siehst!“

Auch wenn es sich tatsächlich manchmal so anfühlt, ist ein echtes (Konflikt-)Gespräch kein »Ich gegen dich«, sondern ein Austausch zweier (oder mehrerer) Weltanschauungen. Und auch wenn wir es oft gerne so hätten, gibt es dabei selten ein klares Richtig oder Falsch.

Anstatt zu versuchen, andere zu überzeugen, damit alles nach unserem Kopf läuft, wollen wir den Fokus darauf legen zu lernen. Das geht am besten dadurch, dass wir offen unsere eigenen Eindrücke teilen („Ich sehe das so“) und versuchen, die andere Seite zu verstehen („Und wie siehst du das?“).

Es geht darum, gemeinsam zu erkunden, was wirklich der Grund hinter einem Problem ist, und wie man gemeinsam einen Weg findet, das Problem zu lösen oder es vielleicht auch manchmal einfach zu akzeptieren.

Die innere Einstellung verändert sich von „Du musst verstehen!“ zu „Hilf mir zu verstehen.“

Fragen stellen ist besser als sprechen.

Warum ist das wichtig?

Ein Problem überhaupt erst erkennen

Die Sicht der anderen zu lernen, hilft uns überhaupt erst mal dabei, zu verstehen, warum ein Problem überhaupt da ist. Nur wenn wir die Perspektive der anderen Person sehen (wollen), können wir unsere Sicht der Dinge mit der anderen Person abgleichen und den Konflikt bzw. das Missverständnis darin erkennen.

Anderen und sich selbst helfen, offen für das Gespräch zu sein.

Zuhören holt uns und andere aus unseren eigenen Gedanken. Wenn die andere Person mit ihren eigenen Ansichten und Gefühlen beschäftigt ist, hat sie keine Zeit, dir zuzuhören und deine Ansicht nachzuvollziehen. Wenn du es zulässt, dass die Person ihre Ansicht teilen kann, ist ihr Kopf nicht mehr damit beschäftigt und offen für Neues.

Sobald du anderen also zuzuhören und sie wirklich verstehen willst, schaffst du überhaupt Freiheit und Platz dafür, dass sie auch offener sind, dir zuzuhören.

Das Gefühl geben, gehört zu werden.

Und zu guter Letzt gibt es wenig, was so gut ist, wie gehört zu werden. Gehört werden, ist eines unserer menschlichen Grundbedürfnisse. Nur wenn wir das Gefühl haben, dass jemand uns sieht und uns wertschätzt, fühlen wir uns sicher. Und je sicherer wir uns fühlen, desto kompromissbereiter sind wir.

 

Vorteile für deine Kommunikation:

  • Bessere Kollaboration: Wenn wir lernen statt überzeugen, werden Gespräche offener und mehr eine Kollaboration anstatt eine Konfrontation
  • Mehr Vertrauen: Eine lernende Haltung bringt mehr Vertrauen ineinander und auch mehr Verständnis, was die andere Person benötigt, um gut zu arbeiten
  • Bessere Lösungen: Wir haben nur eine Perspektive auf die Welt und von anderen zu lernen, führt zu kreativeren und besseren Lösungen
  • Persönlich weiterentwickeln: Die Perspektive der anderen Person, hilft uns, unsere eigene Sichtweise zu erweitern und zu wachsen
  • Empathie steigern: Du kannst dich besser und empathischer in die Lage und die Ansichten der anderen Person hineinversetzen, was wiederum dazu führt, dass du kompromissbereiter wirst.
  • Mehr Einfluss: Menschen, die anderen zuhören, werden im Generellen mehr gemocht und ihre Argumente werden als stärker wahrgenommen. Sie werden auch öfter für Rollen wie Teamleiter oder sonstige Führungspositionen vorgeschlagen.

Beispiele

Politische Diskussionen

Anstatt die andere Person davon zu überzeugen, dass die Ansichten ihrer Partei schei*e sind, solltest du versuchen, einen lernenden Standpunkt einzunehmen.

Es geht in erster Linie darum, zu verstehen, was die andere Person bewegt, die Ideen der Partei gut zu finden.

(PS: Zu verstehen, heißt nicht, dass wir zustimmen müssen.)

Als Führungskraft Entscheidungen treffen

Für Führungskräfte ist es wichtig, dass man seine Mitarbeitenden nicht einfach von der eigenen Meinung überzeugt (oder sie damit überfährt).

Bevor eine Entscheidung getroffen wird, sollten die Perspektiven und Meinungen der Personen eingeholt werden, die von den Konsequenzen betroffen sind.

Das ist besonders in Situationen wichtig, in denen das Machtgefälle dafür sorgt, dass eine Entscheidung nicht hinterfragt wird – auch wenn sie vielleicht schädlich für die gesamte Firma ist.

Techniken für die Kommunikation

Hier findest du Kommunikatios-Techniken, die dir dabei helfen, dieser Kriterium in Gespräch einzuhalten:

Typische Fehler

Diese Fehler führen oft dazu, dass Gespräche nicht so laufen, wie wir es uns erhoffen oder sogar eskalieren:

  • Eine Diskussion gewinnen müssen

    Wir haben das starke Bedürfnis, eine Diskussion gewinnen zu müssen – manchmal auch auf Kosten der Beziehung zueinander! …

    Eine Sprechblase die traurig schaut und der Verlierer ist und eine, die mit ihren Muskeln flexed und die Diskusion gewonnen hat.
  • Dinge persönlich nehmen

    Wir nehmen Dinge oft viel zu persönlich und überschätzen den Einfluss, den wir auf eine Situation haben, was für unsere …

    3 Kreise. Der erste ist gefüllt und zeigt das verhalten von anderen. Der zweite zeigt, dass das Verhalten kaum mit uns zu tun hat. Der Dritte zeigt, dass wir massiv überschätzen, wie viel Einfluss wir auf das Verhalten anderer haben.
  • Wir Gegen Die (Binäres Denken)

    Wir-gegen-die-Denken: Diese Einteilung in zwei Lager ist der Kern unserer größten persönlichen und gesellschaftlichen Konflikte. …

    Eine Gruppe gelber Sprechblasen gegen eine Gruppe blauer Sprechblasen.
  • Glauben, Recht zu haben

    Wir glauben oft, dass wir recht haben und die andere Person nicht. Dieser Glaube ist aber Grundlage endloser zwischenmenschlicher Probleme! …

Mehr Kriterien: