Kurzbeschreibung:
Ob wir gelassen, aggressiv oder sonstwie auf eine Situation reagieren, hängt stark davon ab, welche Geschichten wir uns selbst darüber erzählen.
Ein unglücklicher Nebeneffekt unseres menschlichen Daseins ist, dass unser Bewusstsein in unserem Gehirn sitzt! Deswegen haben wir das Gefühl, dass alles, was wir im Leben so wahrnehmen, irgendwie mit uns zu tun hat.
Dass deine Chefin heute sauer war, ist wahrscheinlich deine Schuld. Dass dein Date von gestern sich heute nicht meldet, liegt zu 100 % an dir. Und dass der Goldfisch deiner Mutter gestorben ist, liegt ziemlich sicher daran, dass du manchmal ans Glas geklopft hast!
Wir haben die angeborene Tendenz anzunehmen, dass eigentlich alles, was im Leben so passiert, von uns handelt oder mit uns zu tun hat. Dabei vergessen wir ziemlich leicht: Nur weil wir etwas erleben, bedeutet das nicht, dass wir in irgendeiner Weise Einfluss auf die Situation hatten oder die Situation unseretwegen so ist, wie sie ist.
Wir nehmen die Dinge sehr persönlich. Und je persönlicher wir die Dinge nehmen, desto mehr leiden wir und unsere Kommunikation darunter.
Ich kann mich sehr gut an den Beginn unserer GmbH erinnern, als wir eine sehr … besondere Kundin hatten. Unsere Zusammenarbeit war eigentlich ziemlich gut. Sie war offen für unsere Vorschläge, hat sich selten in unsere Expertise eingemischt und hat uns viel Verantwortung überlassen.
Allerdings hatte sie auch die Tendenz, sehr emotional zu sein und gelegentlich mal E-Mails in Caps-Lock zu schreiben mit Betreffzeilen wie: DAS IST ALLES PFUSCH!!!
Ihre Kritik, zumindest in Textform, konnte ein wenig unfreundlich sein. Ich wusste aber aus Erfahrung mit ihr, dass diese Gefühlsausbrüche oft nur wenige Minuten dauerten und sie am Telefon niemals so unfreundlich war, wie sie in Textform rüberkamen. Im persönlichen Gespräch ging es dann meistens eigentlich auch eher darum, dass sie sich um irgendwas Sorgen machte oder vor irgendwas Angst hatte und deswegen überreagierte.
Ich habe glücklicherweise schon immer die Angewohnheit, Kritik an meiner Arbeit selten persönlich zu nehmen. Ich kann meine Arbeit gut von meinem Selbstwertgefühl lösen und mich gut davon abgrenzen, was andere darüber sagen.
Erst als andere Personen in der GmbH diese Art von E-Mail erhalten haben, habe ich gemerkt, dass man den Inhalt auch anders lesen kann. Andere Leute haben die Nachrichten sehr persönlich genommen. Sie haben jedes Wort auf sich selbst und ihre Arbeit bezogen und sogar versucht unsere Kundin von ihren E-Mails abbringen zu wollen.
Sobald wir anfangen das Verhalten anderer persönlich zu nehmen, passieren genau solche Dinge:
Dabei hat das Verhalten der anderen Person selten etwas mit uns zu tun. Wir glauben das nur gerne. Wir reden uns dann Dinge ein wie: “Sie glaubt bestimmt, mit mir kann sie es ja machen.” , oder: “Ich bin ihm/ihr wahrscheinlich nicht wichtig, darum hat sie da gelogen.” etc.
(Wir glauben erstaunlicherweise solche Sätze wie “Sie glaubt bestimmt, mit mir kann sie es ja machen.”, auch wenn das Verhalten der anderen Personen mit allen anderen Personen gleich ist!!)
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Wir finden 100 Gründe, warum wir daran beteiligt sind, dass die andere sich so verhält, wie sie es tut. Spoiler: In 99 % der Fälle sind wir das nicht!
Wenn ich eine Tendenz habe, wütend zu reagieren, dann werde ich das tun – unabhängig davon, wer du bist! (Naja, außer es gibt ein Machtgefüge zwischen uns, aber das ist eine andere Geschichte.)
Ich wäre nicht weniger wütend, wenn ich dich mehr lieben würde oder wenn ich mehr Respekt vor dir hätte. Mein Verhalten, meine Gewohnheiten, meine Glaubenssätze, meine Muster haben nicht viel mit dir zu tun.
Ob du mein Verhalten gut findest oder nicht und es überhaupt akzeptieren willst, ist eine ganz andere Geschichte. Hier geht es nur darum, dass »wir« selten der Grund für ein Verhalten sind und es nicht auf uns beziehen sollten.
Je mehr Abstand wir zwischen dem Verhalten einer anderen Person und uns selbst schaffen, desto objektiver können wir die Situation sehen und desto weniger emotional reagieren.
Kurzbeschreibung:
Ob wir gelassen, aggressiv oder sonstwie auf eine Situation reagieren, hängt stark davon ab, welche Geschichten wir uns selbst darüber erzählen.
Kurzbeschreibung:
Bevor wir die Kommunikation mit unseren Mitmenschen verbessern, müssen wir uns selbst erst mal hinterfragen: Warum kommunizieren wir so, wie wir es tun?
Kurzbeschreibung:
Wir sammeln alle unterschiedliche Erfahrungen. Sie formen unsere subjektive Realität. Wenn wir akzeptieren, dass unsere Perspektive nicht die ganze Wahrheit ist, können wir andere besser verstehen und annehmen.
Kurzbeschreibung:
In einem Gespräch geht es primär darum, die andere Person zu verstehen. Wir können andere nur inspirieren und neue Perspektiven gewinnen, wenn wir begreifen, wie sie denken.
Diese Geschichten erzählen wir uns gern, um uns besser zu fühlen, besonders wenn unser Handeln bzw. das Ergebnis des Handelns …
Wir haben das starke Bedürfnis, eine Diskussion gewinnen zu müssen – manchmal auch auf Kosten der Beziehung zueinander! …
Dunning-Kruger-Effek in der Kommunikation: Wir überschätzen gerne unser eigenes Wissen und unterschätzen das Wissen und die Fähigkeiten anderer. …