Kurzbeschreibung:
Ob wir gelassen, aggressiv oder sonstwie auf eine Situation reagieren, hängt stark davon ab, welche Geschichten wir uns selbst darüber erzählen.
Rechtfertigungs-Geschichten erzählen wir uns gern, um unser Verhalten zu rechtfertigen. Sie sind äußerst praktisch, um unser eigenes schlechtes Verhalten in ein positiveres Licht zu rücken und uns besser damit zu fühlen.
Nehmen wir die Situation, dass wir wissen, wir sollten ein Gespräch mit unserem Kollegen führen, haben aber selbst keinen Bock drauf und vermeiden es. Anstatt jetzt unser Verhalten zu hinterfragen, rechtfertigen wir es einfach: “Ich habe schon 10 Mal versucht, mit ihr zu reden, das klappt nicht”.
Wir sind also weder schuld an der Situation, noch können wir was daran ändern. Darum verhalten wir uns vollkommen richtig!
Diese Rechtfertigungs-Stories haben ein vorhersagbares Muster und tauchen in drei Formen auf:
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In dieser Geschichte sind wir das Opfer der Situation. Das Grundprinzip ist immer dasselbe: Wir sind gut und die anderen oder sogar die ganze Welt ist gegen uns. Wir leiden und können gar nichts dafür, dass wir leiden!
Es gibt natürlich Situationen im Leben, in denen wir wirklich ein Opfer der Umstände sind. Wenn du auf der Straße überfallen wirst, kannst du ziemlich sicher nichts dafür!
In 99 % der alltäglichen Situationen haben wir allerdings selbst einen Teil dazu beigetragen, dass die Situation so ist, wie sie ist.
Wir erzählen uns selbst und anderen aber die Geschichte gern so, als wären wir unschuldig und in genau der gleichen Situation, wie das Opfer eines Raubüberfalls.
Läuft das Projekt nicht nach Zeitplan? Dann verlangt der Kunde mal wieder zu viel und kommt dauernd mit neuen Anforderungen!
Der Kunde ist schuld und wir ignorieren unseren Anteil an der Geschichte. Haben wir dem Kunden gesagt, dass das außerhalb des Budgets und Zeitplans liegt?
Anstatt das Gespräch zu suchen, jammern wir gern und erzählen anderen nur von unseren positiven Motiven: „Ich tue alles, was mein Kunde will … und er … er nutzt mich nur aus.“ Und dann machen wir uns auch noch zum verkanten Helden der Geschichte: „Er sollte eigentlich dankbar sein, dass er einen Dienstleister wie mich hat.“
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Bei dieser Art von Geschichte wird das Gegenüber zum Bösewicht. Manchmal so böse, dass wir der Person fast jede andere Art von positivem Charakter absprechen.
Diese Geschichte geht stark damit Hand in Hand, dass wir glauben, die Absichten der anderen Person zu kennen, oder wir sind schon in die „Wir-gegen-die“-Falle getappt.
In beiden Fällen legen wir den Fokus sehr stark auf die Schuld bzw. die Bosheit der anderen Person. Wir unterstellen der Person pure Absicht und dass sie uns nur schaden will.
Das kann so weit führen, dass wir die andere Person nicht mehr als »Mensch« wahrnehmen, sondern nur noch als »die schlechte Eigenschaft«. Das zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass wir ihren Namen durch Worte ersetzen, wie „Der Sklaventreiber“.
Wir haben aus einer komplexen Person ein Objekt mit nur einem Antrieb gemacht: uns zu knechten!
Das Objektifizieren kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass wir den Respekt vor der Person komplett verlieren und sogar anfangen, sie zu demütigen.
Wenn es zu wirklich extremen gesellschaftlichen Konflikten kommt, übertragen wir diese Idee auf Gruppen und plötzlich sind „die Ausländer“, „die Grünen“, „die Linken“, „die Klimakleber“, „die Chinesen“ und wer auch immer an allem schuld.
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Bei der Geschichte der Hilflosigkeit sprechen wir uns jegliche Fähigkeit ab, die Situation zu verändern. Wir überzeugen uns davon, dass es wirklich keine Möglichkeit gibt, sich anders zu verhalten.
Das können Geschichten sein wie “Wenn ich es nicht selbst mache, macht es niemand” oder “Mit ihr zu reden bringt ohnehin nichts, darum sage ich lieber nichts”.
Im Gegensatz zu den anderen zwei Geschichten, die rechtfertigen, warum wir in einer bestimmten Situation sind, blickt diese Geschichte in die Zukunft. Sie gibt uns einen Grund, warum wir nichts verändern können.
Es ist besonders einfach, sich als hilflos darzustellen, wenn wir die andere Person mal wieder in eine Schublade stecken. Wenn unser Arbeitskollege ein Kontroll-Freak (“Bösewicht”) ist, dann können wir gar nichts daran ändern, dass sie uns Micro-Managed (“Hilflos”).
Die Geschichte der Hilflosigkeit ist oft eine Erweiterung oder entspringt der Bösewicht-Story.
Kurzbeschreibung:
Ob wir gelassen, aggressiv oder sonstwie auf eine Situation reagieren, hängt stark davon ab, welche Geschichten wir uns selbst darüber erzählen.
Wir nehmen Dinge oft viel zu persönlich und überschätzen den Einfluss, den wir auf eine Situation haben, was für unsere …
Wir haben das starke Bedürfnis, eine Diskussion gewinnen zu müssen – manchmal auch auf Kosten der Beziehung zueinander! …
Dunning-Kruger-Effek in der Kommunikation: Wir überschätzen gerne unser eigenes Wissen und unterschätzen das Wissen und die Fähigkeiten anderer. …