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Kommunikations-Technik

Mit Gefühlen verhandeln

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Worum geht's?

Ein Gefühl von Wut, dann kommen Fragen, die man sich dazu stellt und dann wird das Gefühl kleiner.

Das war wir fühlen, beeinflusst das, was wir denken.

Wenn wir sauer sind, dann drehen sich unsere Gedanken meistens um den Grund dafür, warum wir sauer sind. Und oft auch um das, was wir jetzt gern tun oder sagen würden, um unsere Wut loszuwerden.

Der gleiche Effekt funktioniert allerdings auch andersherum. Die Gedanken, die wir uns über eine bestimmte Situation machen, können genauso Einfluss auf die Gefühle haben, die wir gerade fühlen.

Nehmen wir die Situation: Ein Freund sagt dir spontan ab und du bist deswegen gekränkt oder sauer.

Wodurch entsteht die Wut? Vielleicht, weil wir denken, dass er abgesagt hat, weil er vielleicht plötzlich etwas Besseres zu tun hat oder weil er einfach keinen Bock hat.

Jetzt gehen wir davon aus, dass wir später erfahren, dass er wirklich abgesagt hat, weil seine Mutter ins Krankenhaus musste. Was passiert mit der Wurt? Sie verschwindet komplett.

Der Ärger kam eigentlich nur durch die Geschichte, die wir uns innerlich erzählt haben: “Er hat mich versetzt wegen was Besserem.”

Und diese Geschichte können wir beeinflussen. Wir können aktiv entscheiden, wie wir eine Situation beurteilen. Wir können unsere ersten Gedanken hinterfragen: “Ist das wirklich richtig oder die Wahrheit, die ich mir hier erzähle? Oder weiß ich es eigentlich gar nicht?”

Wir können andere Perspektiven einnehmen und andere Fragen stellen, um so aktiv mit unseren Gefühlen der Situation gegenüber verhandeln.

So funktioniert's!

  1. Uns unsere Geschichte bewusst machen:
    • Welche Geschichte erzählst du dir über die Situation?
    • Welche Perspektive fehlt in deiner Geschichte?
    • Was könnte die Geschichte im Kopf der anderen Person sein?
  2. Die Absichten herausfinden, die wir der anderen Person zuschreiben:
    • Was glaub’ ich, warum die andere Person das getan hat?
    • Will sie dir wirklich etwas Böses?
    • Hat sie dich vielleicht ganz unbeabsichtigt verletzt?
    • Weiß die Person, dass du sensibel in so einer Situation reagierst?
  3. Wer hat dazu beigetragen:
    • Hast du selbst etwas dazu beigetragen, dass die Situation ist, wie sie ist?
    • Was hat die andere Person faktisch beigetragen (ohne Schuldzuweisungen)?
    • Bist du dir bewusst, wie beide dazu beitragen, dass das Problem so ist, wie es ist?

Auch diese Fragen können wir nicht mit »der Wahrheit« beantworten (schon gar nicht ohne die andere Person) und darum geht es auch nicht. Allein über diese Fragen nachzudenken und unterschiedliche Standpunkte einzunehmen, beeinflusst, wie unsere Gefühle zu der Situation sind.

In einem Gespräch mit einer anderen Person sollten wir nie davon ausgehen, einfach “recht zu haben”.  Das Gleiche gilt auch im Gespräch mit uns selbst. Warum glauben wir, dass alles, was wir uns erzählen die Wahrheit ist und dass unsere Gedanken oder Gefühle einfach recht haben, ohne sie zu hinterfragen?