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Kommunikations-Kriterien

Einen Dialog heißt alle Ansichten zulassen

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Das Wichtigste im Überblick

  • Bei einem echten und produktiven Dialog hat jeder die Möglichkeit, seine Meinungen und Gefühle einzubringen
  • Alle Beteiligten müssen das Gefühl haben, alle ihre Meinungen frei sagen zu dürfen
  • Je größer der gemeinsame »Wissenspool«, desto bessere Entscheidungen werden getroffen
  • Wenn Menschen sich nicht trauen, ihre Meinung zu sagen, kann das fatale Folgen haben (kein Widerspruch im OP bei falschen Operationen)
  • Unterschiedliche Ansichten und Meinungen führen zu mehr Perspektiven und kreativeren Lösungsansätzen

Worum geht's?

Was macht Menschen, die außerordentlich gut kommunizieren so gut darin?

Sie finden immer einen Weg, dass alle Beteiligten alle wichtigen Infos offen auf den Tisch legen.

Das behaupten zumindest die Autoren von »Crucial Conversations«. Sie haben sich zur Aufgabe gesetzt, herauszufinden, warum manche Menschen so verdammt gut kommunizieren.

Die Grundlage jedes produktiven Gesprächs ist das transparente Teilen von Infos. Alle Beteiligten müssen ihre Ansichten, Meinungen und auch ihre Gefühlte offen aussprechen dürfen. Alle müssen das Gefühl haben, alles sagen zu können, auch die Dinge, die vielleicht (oder nur anfangs) kontrovers oder unpopulär sind.

Der Pool des gemeinsamen Wissens

Jeder von uns hat seine eigene, einzigartige Sicht auf die Dinge. Sobald wir ein Gespräch mit jemandem starten, kommt eine zweite Ansicht dazu. Wir schaffen einen gemeinsamen »Pool« von Ansichten und von Wissen.

Wenn das Gespräch zu einer Debatte oder einem Streit wird, liegt es daran, dass unsere Ansichten und Meinungen auseinandergehen. Ich glaube das eine, du das andere.

Damit diese Debatte produktiv wird, müssen wir beide die Möglichkeit haben, den »Pool« mit unseren Ansichten und Ideen füllen zu dürfen.

Das heißt nicht, dass du oder ich alle Ideen oder Ansichten gut finden müssen, die in den Pool kommen. Es heißt nur, dass wir beide zumindest die Möglichkeit haben und sogar darin bestärkt werden, unsere Meinung einzubringen.

Ein Venn-Diagramm: Dein Wissen, Mein Wissen und die Überschneidung ist unser gemeinsames Wissen

Warum ist das wichtig?

Ein gemeinsamer Wissenspool sorgt dafür, dass jeder mehr und bessere Informationen bekommt. Je mehr Wissen im gemeinsamen Pool ist, desto fundiertere Entscheidungen können wir treffen.

Wenn nicht jeder die Möglichkeit hat oder das Gefühl, sein Wissen in den Pool werfen zu dürfen, kann das ziemlich dramatische Folgen haben.

Es gibt unzählige Berichte von OP-Assistent*innen, die aktiv dabei zuschauen, wie der  Chefarzt einen Fehler macht, sich aber nicht trauen, den Arzt infrage zu stellen.

Immer, wenn es ein gefühltes Machtgefüge zwischen Menschen gibt, halten die Personen mit weniger Macht, ihre Meinung eher zurück, anstatt ihren Job zu riskieren oder Sonstiges.

Die Entscheidungen der Chef*innen werden oft nicht hinterfragt und Leute rennen lieber buchstäblich mit ihnen ins Verderben, als ihre Meinung zu sagen.

Darum sollten Chef*innen aktiv fördern, dass sich alle im Team wohl damit fühlen, ihre Meinung zu sagen.

Das kann, wie bei den Ärzt*inne, dazu führen, dass Fehler vermieden werden aber auch dazu, dass kreativere oder effektivere Alternativlösungen gefunden werden.  Je mehr Informationen und Sichtweisen wir haben, desto besser können wir ein Problem verstehen und andere Wege finden, es zu lösen.

Das führt nicht nur zu besseren Entscheidungen, sondern auch zu mehr Unterstützung aller Beteiligten für die Entscheidung. Die Zeit und den Aufwand, die man investiert, um einen Wissenspool aufzubauen, zahlt sich später durch schnelleres und motivierteres Handeln aus.

Das heißt natürlich nicht, dass jede Entscheidung im Konsens getroffen werden muss. Aber, ein gemeinsamer Wissenspool führt immer zu:

  • Mehr Auswahl an Lösungen
  • Mehr Einigkeit im Team
  • Mehr Überzeugung von der Entscheidung

In einem Unternehmen muss auch nicht jede einzelne Person an einer Entscheidung beteiligt werden. Laut Ray Dalio sollte man sogar aufpassen, wem man eine Frage stellt, weil man eine Antwort bekommt. Wir haben gerne zu allem eine Meinung und diese Meinung kann auch ziemlich unfundiert sein.

Man sollte sich natürlich gewissen Personen aussuchen, die Ahnung von dem Thema haben, wenn es um eine Entscheidung für einen spezifischen Bereich geht. Allerdings sagt auch Ray, dass es sich lohnt, zum Beispiel einen Junior/Praktikanten/Auszubildenden mit reinzuholen, der einen komplett frischen Blick auf die Dinge hat.

Vorteile für deine Kommunikation:

  • Bessere Entscheidungen
  • Neue Alternativen oder kreativere Lösungen
  • Entscheidungen werden von allen eher unterstüzt
  • Besserer Zusammenhalt der Gruppe
  • Mehr Zuversicht und Selbstvertrauen jeder einzelnen Person der Gruppe

Techniken für die Kommunikation

Hier findest du Kommunikatios-Techniken, die dir dabei helfen, dieser Kriterium in Gespräch einzuhalten:

  • Looping for Understanding

    Mit dieser Technik gehst du sicher, dass du die Perspektive der anderen Person auch wirklich verstehst.

    Zuhören und Nachfragen. Immer und immer wieder.
  • Was willst du wirklich?

    Bevor du in hitzigen Situationen etwas sagst, was du im Nachgang bereust, hilft es, dir diese innere Frage zu stellen.

    Unser Sprechblasen Maskottchen lässt die Wut raus, was nicht produktiv ist oder fokussiert sich auf das Ziel, was der wesentlich bessere Ansatz ist.

Typische Fehler

Diese Fehler führen oft dazu, dass Gespräche nicht so laufen, wie wir es uns erhoffen oder sogar eskalieren:

  • Glauben, Recht zu haben

    Wir glauben oft, dass wir recht haben und die andere Person nicht. Dieser Glaube ist aber Grundlage endloser zwischenmenschlicher Probleme! …

  • Gespräche vermeiden

    Gespräche vermeiden ist einer der größten Fehler, der langfristig uns selbst und unseren Beziehungen zu Kollegen, Partner und Familie schadet. …

    Unser Sprechblasen-Maskottchen hält den Finger vor der Mund und sagt nichts.

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