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Kommunikations-Technik

Meta-Mirror: Wie du mit dir selbst redest

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Worum geht's?

Der Meta-Mirror besteht aus 4 Positionen: der anderen Person, der Ich-Position, der Meta-Position und der Meta-Meta-Position.

Wie wir mit anderen reden, so reden wir auch mit uns selbst.

Der Meta-Mirror ist seit Jahren eine meiner Lieblingstechniken, um Gespräche zu reflektieren. Ich hatte schon viele Aha-Momente darüber, warum meine Kommunikation so ist, wie sie ist und wie ich sie ein Stück verbessern kann.

Ziel des Meta-Mirrors ist sein eigenes Verhalten in der Kommunikation mit anderen zu verstehen:

  • Warum reagiere ich so?
  • Warum sag’ ich das? 
  • Was treibt mich an, mich so zu verhalten?

Das Ding heißt Meta-Mirror, weil man erst mal ein Gespräch mit jemand anderem von außen betrachten (auch Meta-Position genannt). Man bewertet und kommentiert möglichst objektiv von außen, wie man selbst reagiert, während man sich in einem Gespräch befindet.

Dann sucht man sich eine zweite Meta-Position. Aus dieser Position heraus, schaut man sich an, wie man selbst mit sich redet, während man das Gespräch mit jemand anderem kommentiert. Man spiegelt sich also sein eigenes Gesprächsverhalten mit sich selbst wieder.

Klingt an sich banal, gibt aber viele spannende Einsichten, wie: “Ah, ich sage selbst nur negative Dinge zu mir, kein Wunder, dass ich nichts Positives an der anderen Person finde” oder: “Ah, ich trau mich schon gar nicht, mir selbst Kritik zu geben, wie soll ich das dann mit anderen machen?”

Der Meta-Mirror spiegelt dir wieder, wie du selbst mit dir redest und welchen massiven Einfluss das darauf hat, wie du dich gegenüber anderen Menschen verhältst.

Im letzten Schritt des Meta-Mirrors sucht man dann Wege, wie man den inneren Dialog mit sich selbst verändert.

So funktioniert's!

Vorbereitung:

  • Am besten hat man einen physischen Raum, in dem man sich bewegen kann.
  • Hol dir Stift und kleine Papierkarten, um Dinge aufzuschreiben
  • Es ist besser, eine zweite Person an der Seite zu haben, die Fragen stellt.

Man kann den Meta-Mirror auch alleine machen, aber es ist wesentlich schwerer sich selbst Fragen zu stellen und gleichzeitig zu reflektieren. Eine zweite Perspektive von außen führt auch zu anderen Fragen im Prozess, an die man selbst vielleicht gar nicht gedacht hat.

1. Finde eine Gesprächs- oder Konfliktsituation

Zuerst brauchst du natürlich eine Situation, über die du reden willst. Welches Gespräch aus der jüngsten Vergangenheit verfolgt dich noch? In welchem Gespräch hast du dich nicht so verhalten, wie du es gerne gehabt hättest?

Es muss kein Konfliktgespräch sein. Es kann jede Art von Gespräch sein, das dir unangenehm in Erinnerung geblieben ist und du dir wünscht, dass du dich anders verhalten hättest.

2. Stelle das Gespräch nach

Zwei Positionen: Die andere Person und die Ich-Positon.

Als Nächstes wollen wir die Gesprächssituation nachstellen. Dazu kannst du zum Beispiel zwei Karten auf den Boden legen, die den Platz der jeweiligen Person zeigen (»Person« und »Ich«).

Dann stellst du dich auf diese Karten und gehst noch mal durch, was du bzw. die andere Person in dieser Situation gesagt haben.

Wenn dich jemand bei der Übung begleitet, kann die Person Notizen auf Zettel schreiben, was dir in dem Gespräch besonders hängengeblieben ist oder was dir wichtig war.

3. Reflektiere das Gespräch der Meta-Position

Wie beurteilst du dich selbst aus der Meta-Position? Das Beispiel hier sagt: Ich war so schwach in der Situation.

Jetzt eröffnen wir eine Meta-Position. Diese Position bekommt auch eine Karte im Raum. Wo die Meta-Position ist, darfst du dir selbst überlegen. Hilfreich ist, wenn sie neutral steht und einen Blick auf beide Parteien hat.

In der Meta-Position beurteilst du, wie du und die andere Person sich in der Gesprächssituation verhalten haben.

Wichtig: Die Meta-Position ist objektiv. Du willst versuchen dich von deiner subjektiven Meinung zu lösen und so zu tun, als wärst du ein unabhängiger Dritter.

Beispielfragen aus der Meta-Position:

  • Wie findest du objektiv das Verhalten der anderen Person? 
  • Wie findest du objektiv dein eigenes Verhalten?
  • Waren eure beiden Reaktionen gerechtfertigt?
  • Was ist schiefgelaufen?
  • Was hätten Person A oder B anders machen können?

Schon alleine die Analyse aus dieser Position gibt oft ein objektiveres und weniger emotionales Bild der Situation und kann für einige Aha-Momente sorgen.

Auch hier solltest du die wichtigsten Dinge auf Karten schreiben und zur Meta-Position oder zwischen Meta-Position und der jeweiligen anderen Position legen.

4. Reflektiere dich selbst aus der Meta-Meta-Position

Aus der Metaposition reflektiert man sein eigenes inneres Gespräch. Beispiel: Ich sag mir immer, dass ich schwach bin.

Jetzt wird es spannend! Wir suchen uns eine weitere Position im Raum. Diese Position sollte so liegen, dass du einen guten Blick auf die erste Meta-Position und die Ich-Position hast.

Jetzt wollen wir wissen, wie du selbst mit dir redest, während du ein Gespräch reflektierst:

  • Was sagt (oder sagte in Schritt 3) die “Meta-Position” zu der “Ich”-Position?
  • Wie war der Tonfall?
  • Welche Gefühle schwingen mit?
  • Hast du dich kritisiert? Warst du freundlich zu dir selbst? Hast du dich bemitleidet? Warst du aggressiv? etc.

Beim Reflektieren über das eigene Gespräch mit sich selbst, stellt sich ziemlich oft heraus: So, wie du mit dir selbst redest, redest du auch mit der anderen Person.

Wenn du selbst aggressiv und unfreundlich zu dir bist, bist du das wahrscheinlich auch zu anderen. Wenn du Probleme damit hast, jemand anderen zu kritisieren oder deine Meinung zu sagen, wirst du es auch mit dir selbst nicht machen usw.

5. Was brauchst du?

Jetzt weißt du, wie du mit dir selbst redest. Bleibt die Frage, wie du das in Zukunft änderst (angenommen du willst überhaupt etwas ändern).

  • Wie würdest du gerne mit dir selbst reden?
  • Was würdest du in solchen Gesprächssituationen gerne zu dir sagen?
  • Welche innere Einstellung brauchst du in solchen Situationen dir gegenüber?
  • Gibt es ein Wort, eine Bewegung oder irgendwas, was dich in solchen Situationen daran erinnert, anders mit dir selbst umzugehen?

Auch hier wieder: Das Wichtigste aufschreiben!

6. Neue Einstellung testen

Als Letztes wollen wir das Ganze testen. Mit den neuen Erkenntnissen darüber, was du zu dir sagen willst und wie du mit dir reden willst machst du wieder einen Schritt auf die erste Meta-Position.

In dieser Position reflektierst du noch mal das Gespräch mit der neuen Einstellung und gibst dir jetzt selbst Tipps damit, wie du dich im Gespräch verhalten solltest.

Nachdem du den inneren Dialog aus der Meta-Position abgeschlossen hast, gehst du in die Ich-Position und wiederholst das Gespräch noch mal.

  • Was würdest du mit der neuen Einstellung anders machen?
  • Wie würdest du anders reageiren?
  • Was würdest du anderes sagen?

Meistens merkst du hier recht schnell, dass die Erkenntnis, dass du vielleicht etwas zu dominant oder forsch bist, schon viel ändert, wie du in dieser Situation reagierst.

Falls sich gar nichts ändert, nicht mal dein Gefühl in dem Gespräch, dann bist du vermutlich nicht ganz zum Kern des Problems vorgedrungen. Gehe zurück zu Schritt 4. Gehe nicht über Los und stecke keine 200 € ein!