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Typische Fehler

Glauben, dass gute Intentionen negative Konsequenzen gut machen

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Unser Maskottchen lacht wie ein Engel und sagte, er meinte es nur gut. Neben ihm eine tote Katze.

Das gute alte Sprichwort „Der Zweck heiligt die Mittel“ ist in unserer zwischenmenschlichen Kommunikation alles andere als wahr oder hilfreich.

Wir haben wahrscheinlich alle schon hundertmal gesagt oder gehört: „Ich meinte es doch nur gut“ oder „Ich wollte doch nur helfen“.

Hinter diesen Sätzen steckt unser Glaube: Meine Absichten dahinter waren gut, es gibt also keinen Grund, warum du verletzt sein solltest.

Leider ist das nicht ganz so einfach. Nur weil die Absichten hinter einer Handlung für uns gut gemeint waren, heißt das nicht, dass die Konsequenzen davon nicht jemanden verletzt haben können. Und nur weil wir klarstellen, dass es nicht unsere Absicht war zu verletzen, fühlt sich die andere Person dadurch nicht plötzlich weniger verletzt.

Wenn du mir jede Woche dreimal erzählst, dass dich deine Katze nervt, komme ich vielleicht auf die Idee, es wäre das Beste für dich, die Katze loszuwerden. Du wirst aber wahrscheinlich nicht sonderlich glücklich darüber sein, wenn die Katze eines Tages nicht mehr da ist – auch wenn ich dachte, es wäre das Beste für dich!

Meine Argumentation „Ich dachte, es wäre das Beste für dich, wenn ich deine Katze um die Ecke bringe“ bringt dir deine Katze auch nicht wieder. (Ich verspreche, ich habe noch nie eine Katze um die Ecke gebracht. 🤞🏻)

Solange wir glauben, dass das Erklären unserer Absichten das Problem löst, fokussieren wir uns darauf, unsere Intentionen zu rechtfertigen, anstatt das wahre Problem anzugehen: die Konsequenzen der Handlung.

Unsere positiven Absichten zu erklären oder zu verteidigen, kann das Problem aus folgenden Gründen sogar noch verschlimmern:

1. Wir verschieben das Thema, um das es geht

Wir verlagern das Thema des Gesprächs weg von „Du fühlst dich verletzt“ hin zu „Ich habe einen guten Charakter“.

Wir reden also nicht mehr darüber, was die andere Person fühlt, sondern wie wir uns fühlen, was uns wichtig ist und wie wir uns gerne sehen wollen.

2. Die andere Person fühlt sich unverstanden

Wenn wir anfangen uns zu verteidigen und unsere guten Absichten zu erklären, signalisieren wir der anderen Person, dass wir ihre Gefühle und ihre Meinung nicht verstehen oder sie nicht für wichtig halten.

Meine guten Absichten zu erklären, nachdem ich deine Katze losgeworden bin, zeigt dir, dass es mich eigentlich nicht interessiert, wie du dich ohne Katze fühlst. Ich will nur eine Bestätigung, dass ich eine gute Person bin!

Wenn eine Person mit ihrem Problem zu dir kommt, will sie in erster Linie gehört werden. Sie stellt sich insgeheim die Fragen: „Ist das Problem auch wichtig für dich?“ oder „Bin ich dir wichtig?“

Das Problem hat Auswirkungen auf sie, und sie will zuerst gehört werden. Sie möchte, dass du ihr zuhörst und sie verstehst, bevor du anfängst, über die Intentionen deiner Handlung zu reden.

3. Wir ignorieren die Komplexität hinter unseren Absichten

Unsere Absichten sind selten einfach nur gut oder schlecht. Menschliche Beweggründe sind komplex. Hinter meiner Tat, deine Katze umzulegen, steckt vielleicht der Wunsch, dass es dir besser geht. Gleichzeitig steckt aber vielleicht auch die Absicht dahinter, dass ich dich einfach nicht mehr jammern hören kann. Oder aber ich finde, du solltest dir lieber einen Hund zulegen!

Unsere Absichten sind meist gemischt und selten komplett uneigennützig. Oft sind wir uns selbst gar nicht bewusst, welche Vielzahl von Motivationen unser Handeln eigentlich antreibt. Es ist auch gar nicht notwendig, sofort alle Antworten zu haben. Wichtiger ist, dass wir gewillt sind, uns selbst diese Fragen zu stellen.

Die sofortige Reaktion „Ich hatte doch gute Absichten!“ signalisiert eher, dass wir glauben, schon alles zu wissen. Wir sind in dem Moment nicht bereit, uns selbst zu hinterfragen und aus dem Gespräch über uns, unsere Motivationen und die Beziehung zu lernen. Je mehr wir gewillt sind, über unsere eigenen Intentionen nachzudenken und zu reflektieren, desto mehr zeigen wir der anderen Person, dass sie und die Beziehung uns wichtig sind.

4. Manchmal sind unsere Absichten einfach egal

Wenn ein Architekt vergisst, eine Rampe für Menschen im Rollstuhl einzuplanen, ist es ehrlich gesagt einfach egal, dass er keine bösen Absichten hatte. Worum es jetzt geht, ist, dass Menschen im Rollstuhl nicht in das Gebäude kommen und es schnell eine Lösung dafür geben muss.

Genauso ist es in unserem politischen Diskurs nicht unbedingt hilfreich, die Boomer dafür verantwortlich zu machen, dass sie ihr Leben genossen haben und unser Planten deswegen in Mitleidenschaft gezogen wurde. Sie wussten es damals nicht besser und hatten wahrscheinlich nicht vor, ihn zu zerstören.  Jetzt haben wir allerdings die Probleme und müssen Lösungen dafür finden, anstatt weiter nach bösen Absichten zu suchen, die wir Boomern vorwerfen können. (Das Gleiche gilt natürlich auch andersherum!)

Weitere Fehler

  • Dinge persönlich nehmen

    Wir nehmen Dinge oft viel zu persönlich und überschätzen den Einfluss, den wir auf eine Situation haben, was für unsere …

    3 Kreise. Der erste ist gefüllt und zeigt das verhalten von anderen. Der zweite zeigt, dass das Verhalten kaum mit uns zu tun hat. Der Dritte zeigt, dass wir massiv überschätzen, wie viel Einfluss wir auf das Verhalten anderer haben.
  • Eine Diskussion gewinnen müssen

    Wir haben das starke Bedürfnis, eine Diskussion gewinnen zu müssen – manchmal auch auf Kosten der Beziehung zueinander! …

    Eine Sprechblase die traurig schaut und der Verlierer ist und eine, die mit ihren Muskeln flexed und die Diskusion gewonnen hat.
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