Öffnet in einem neuen Tab
Kommunikations-Technik

Der emotionale Fußabdruck

Zu allen Techniken

Worum geht's?

Ein Fuß unterteilt in verschiedene Emotionen: Angst, Wut, Trauer, Freude und Stolz

Sich mit unseren Gefühlen auseinanderzusetzen klingt gleich immer nach Selbsthilfe oder Blabla. Ich weiß wovon ich spreche … Ich glaube das manchmal immer noch.

Aber es lässt sich leider einfach nicht leugnen, dass Gefühle oft der wahre Grund für zwischenmenschliche Probleme sind und sie zu ignorieren nicht dazu führt, dass man eine Lösung findet. Mehr dazu im Fehler: Gefühle ignorieren.

Wenn wir unsere Kommunikation verbessern wollen, müssen wir also unsere Gefühle aktiv mitbedenken.

Dazu müssen wir sie aber erst mal kennen! Basierend auf unseren Erfahrungen und unserer Vergangenheit haben wir alle einen ganz persönlichen emotionalen Fußabdruck, der beeinflusst, wie wir die Welt sehen.

Wir haben gelernt, welche Gefühle wir haben dürfen und über welche wir sprechen dürfen und welche wir lieber vermeiden.

  • Darfst du sauer sein?
  • Fällt es dir leicht, Freude zu zeigen?
  • Hast du ein Problem damit, jemandem zu sagen, was du für ihn oder sie empfindest?
  • Ist traurig sein in Ordnung?
  • Wie sieht’s mit Weinen aus?

Das bezieht sich nicht nur auf negative Gefühle. Mir fällt es zum Beispiel wesentlich leichter, meine Enttäuschung auszudrücken, als Freude, Stolz oder Dankbarkeit zu zeigen.

Und es hat auch Einfluss darauf, wie wir auf andere reagieren. Eine weinende Person kann in jemandem hochgradiges Mitleid erwecken, während eine andere Person lieber weglaufen würde, wenn sie das sieht.

Je nachdem, wie dein Fußabdruck so aussieht, interpretieren wir Situationen unterschiedlich. Unser Gefühlszustand beeinflusst, was wir wahrnehmen und was nicht. Wir filtern die Informationen dadurch und basierend darauf erzählen wir uns andere Geschichten, die wiederum unser Verhalten beeinflussen.

Es geht hier auch nicht darum, deinen emotionalen Fußabdruck zu be- oder verurteilen, sondern einfach, ihn kennenzulernen. Unseren Fußabdruck zu kennen, ist einer der ersten Schritte, um uns selbst und unsere Kommunikation mit anderen besser zu verstehen.

So funktioniert's!

Erinnere dich an deine Kindheit und stell dir folgende Fragen:

  • Wie sind meine Eltern mit Emotionen umgegangen?
  • Über welche Gefühle konnte ich schon immer leicht reden?
  • Über welche nicht?
  • Welche Gefühle durften „nicht da sein“?
  • Was war deine Rolle im emotionalen Leben deiner Familie?

Dann schau in die Gegenwart:

  • Welche Gefühle sind für dich jetzt einfach auszudrücken?
  • Wem gegenüber kannst du deine Gefühle gut ausdrücken und wem gegenüber nicht?
  • Über Gefühle redest du ungerne?
  • Hast du ein ungutes Gefühl, wenn andere über Gefühle reden?
  • Hast du das Gefühl, dass du mit deinem Partner oder deiner Partnerin andere Emotionen ausdrücken kannst als bei deinen Eltern, Freunden, Brüdern etc.?

Du wirst wahrscheinlich sehen, dass du mit unterschiedlichen Menschen leichter über unterschiedliche emotionale Themen reden kannst. Aber du wirst ziemlich sicher auch gewisse Muster erkennen und mehr Bewusstsein dafür bekommen wie du dich in gewissen Situationen fühlst und warum du dich so fühlst.