Worum geht's?
Du fühlst dich in einer Diskussion angegriffen? Dein Gegenüber hat etwas gesagt, was dich ziemlich sauer macht oder einfach falsch ist? Du willst dich rechtfertigen und ihn am besten mit einer Liste seiner dummen Entscheidungen konfrontieren?
Hört sich erst mal befriedigend an. Führt aber langfristig (naja, und oft auch kurzfristig) dazu, dass unsere Beziehungen langsam in die Brüche gehen.
Stellen wir uns vor, du bist in einem Meeting und ein Kollege macht die Aussage:
„Willst du uns wieder eine Stunde von deinen Marketing-Aktivitäten erzählen, die keine neuen Kunden bringen?“
Zugegeben, keine produktive Aussage deines Kollegen, aber bevor du jetzt in den Angriffsmodus gehst, versuche eine Pause zu machen und dich zu fragen:
„Was will ich wirklich?“
Was ist ein gutes Outcome für diese Situation? Willst du deinem Kollegen deine Meinung sagen, dein Gefühl damit befriedigen? Oder willst du dir und vielleicht deinem Chef beweisen, dass du mit dieser Kritik umgehen kannst und deine Entscheidungen auf kompetenten Schlussfolgerungen basieren?
Die Frage hilft dir, deine Ziele im Auge zu behalten und dich auf das zu fokussieren, was wirklich wichtig ist. Vielleicht denken mehrere Leute aus dem Team ähnlich und du musst deine Strategie verständlicher erklären. Vielleicht fehlen dem Fragenden auch Informationen oder Ergebnisse, die du bisher nicht geteilt hast.
Anstatt dich zu verteidigen oder Rache zu üben, kann die Frage dir helfen, deinen Fokus weg von deinem Gefühl, hin zu produktiven Ergebnissen zu lenken.
So funktioniert's!
Bevor du deinen Rachezug startest, halte kurz inne und frage dich:
Was will ich wirklich?
Welches Ziel ist dir wichtiger, als deine Gefühle loszuwerden?
Wenn die Frage alleine nicht ausreicht, kannst du dir noch folgende zwei weiteren Fragen stellen:
Was will ich für die Zukunft?
Wenn du jetzt Wut los wirst, welche Auswirkungen hat das auf die Zukunft? Hilft es dir wirklich, deine Ziele zu erreichen? Welches Bild zeigst du damit deinen Kollegen?
Was will ich für die Beziehung?
Auch wenn die Aussage des Gegenübers nicht gerade nett war, ist dennoch die Frage, wohin du die Beziehung in Zukunft lenken willst. Willst du im Streit auseinandergehen? Willst du in Zukunft deinem Kollegen bei jedem Meeting aus dem Weg gehen müssen? Was wäre ein gutes Outcome für das Klima der Beziehung oder auch der Gruppe?
Manchmal hilft es auch, die Perspektive zu erweitern und dich zu fragen: „Was will ich langfristig?“. Das kann noch einmal helfen, über den Moment hinwegzusehen und das langfristige Ziel im Blick zu behalten.