Typische Fehler

Glauben, Recht zu haben.

Auch wenn wir es gerne hätten, haben wir niemals einfach recht. Die Dinge sind komplizierter, als sie auf den ersten Blick scheinen. Und darüber zu diskutieren, wer recht hat, bringt uns selten weiter.

Besonders in schwierigen Gesprächen geht es meist nicht darum, die „Fakten“ richtigzustellen. Vielmehr geht es um unterschiedliche Ansichten, Interpretationen, Wahrnehmungen und Werte.

Selten steht die Frage im Raum, was ein Vertrag objektiv sagt, sondern was dieser Vertrag für eine bestimmte Person bedeutet. Es geht nicht darum, welches Buch sich am meisten verkauft, sondern welches Buch für uns persönlich wichtig ist. Es geht nicht darum, was „wahr“ ist, sondern darum, was für uns Bedeutung hat. Selbst wenn ein Druck fehlerhaft ist, zählt weniger, dass er versaut wurde, sondern was dieser Fehler für uns darstellt – und wie wir mit ihm umgehen.

Alles ist eine Frage von Interpretation und Urteil. Die Suche nach einem eindeutigen „richtig“ oder „falsch“ führt uns oft in eine Sackgasse. Unser eigentliches Ziel sollte es sein, die Wahrnehmungen, Interpretationen und Werte beider Seiten zu verstehen. Wir wollen nicht bekehren, sondern verstehen.

Das bedeutet, Fragen zu stellen und herauszufinden, wie die andere Person die Welt sieht. Erst dann können wir auch unsere eigene Wahrnehmung und Interpretation teilen, aber nicht als „die Wahrheit“, sondern als unsere Sichtweise.